Auswertung für TE Consulting · 18. August 2026
Ein Rückblick auf das Jahr 2025: 48 gemessene Verbrauchsprofile, gerechnet gegen Schweizer Börsen- und Grundversorgungspreise, und die Frage dahinter: welche Kunden hätten davon profitiert.
Sie wollen wissen, welche Ihrer Kunden rückblickend von einem Wechsel auf einen variablen Tarif profitiert hätten. Sie brauchen die Antwort in einer Form, die Sie automatisch je Kunde erzeugen und der Quartalsabrechnung beilegen können.
Ihre Zählpunktdaten haben wir nicht. Gerechnet ist deshalb auf einem fremden Bestand: 48 österreichische Zählpunkte mit lückenlosem Viertelstunden-Lastgang für 2025. Die Preise auf beiden Seiten sind Schweizer Preise. Was Sie hier sehen, ist die Methode und die Streuung, die sie sichtbar macht. Ihr Bestand ist es nicht.
Gegen den mittleren Schweizer Energiepreis hätte 2025 jedes einzelne Profil besser abgeschnitten. Entscheidend ist, gegen welchen Fixpreis man rechnet.
Im Mittelfeld liegt der Vorteil bei 2,29 Rp./kWh oder 80 CHF im Jahr. Rechnet man dagegen mit einem günstigen Werk und 2,0 Rp./kWh Aufschlag, bleiben von 48 Profilen noch 4 übrig.
Für jeden Kunden lässt sich aus seinem Lastgang eine einzige Zahl ableiten: der Fixpreis, ab dem sich variabel gelohnt hätte. In diesem Bestand liegt sie zwischen 9,13 und 11,52 Rp./kWh. Das ist die Zahl, die in Ihren Report gehört.
Und eine Einschränkung, die vor allen Zahlen kommt: In der Schweiz darf unterhalb von 100 MWh im Jahr niemand den Lieferanten wechseln. Von den 48 Profilen erreicht keines diese Schwelle allein.
Warum 48 und nicht 78. Aus dem Quellbestand erfüllen 79 Zählpunkte die Mindestabdeckung für 2025. 31 davon zeigen Lücken von mehr als sieben Tagen am Stück oder Verbrauchssprünge über Faktor 4: Leerstand, Zählertausch, Nachlieferung. Sie sind aus allen Kundenzahlen ausgeschlossen. Die Gegenprobe über alle 79: Median 2,17 statt 2,29 Rp./kWh.
Bevor wir gerechnet haben, haben wir das Gesetz gelesen. Eine Empfehlung ist wertlos, wenn der Kunde sie nicht umsetzen darf. Drei Punkte betreffen Ihre Frage:
Unter 100 MWh Jahresverbrauch je Verbrauchsstätte gibt es kein Wechselrecht. Feste Endverbraucher haben keinen Anspruch auf Netzzugang (Art. 6 Abs. 2 und 6 StromVG). Ein Haushalt bekommt, was sein Grundversorger anbietet. Dynamische Energietarife sind dort zulässig, aber nirgends vorgeschrieben; die ElCom hat ausdrücklich offengelassen, ob sie unter den neuen Beschaffungsvorgaben überhaupt funktionieren.
Ein ZEV zählt als ein Endverbraucher (Art. 18 Abs. 1 EnG). Damit zählt der summierte Verbrauch der Gemeinschaft gegen die Schwelle, nicht der einzelne Bewohner. In unserem Testbestand liegt der Median-Jahresverbrauch bei 4.678 kWh; es bräuchte 22 solcher Teilnehmer, damit eine Gemeinschaft die 100 MWh erreicht. Alle 48 zusammen kommen auf 255.887 kWh und lägen deutlich darüber.
Der Schritt ist endgültig. Wer den Netzzugang beansprucht, verliert die Lieferpflicht des Verteilnetzbetreibers dauerhaft (Art. 11 Abs. 2 StromVV). Die Meldung muss bis zum 31. Oktober erfolgen und wirkt ab dem 1. Januar. Für 2027 ist das der 31. Oktober 2026.
Das ist unsere Lesart des Gesetzestextes, nicht Ihre Praxis. Deckt sie sich mit dem, was Sie bei Ihren Gemeinden erleben?
Verglichen wird der reine Energiepreis: auf der einen Seite der Grundversorgungstarif, auf der anderen der stundengenaue Börsenpreis, gewichtet mit dem tatsächlichen Verbrauch jeder Viertelstunde. Netz, Abgaben und Grundgebühr bleiben außen vor: sie ändern sich beim Tarifwechsel nicht.
Im Hauptfall (Vergleichspreis 13,40 Rp./kWh, also der Median aus 2.280 veröffentlichten Tarifen, dazu 1,0 Rp./kWh Aufschlag für den Lieferanten) hätten alle 48 Profile gespart. Der Vorteil reicht von 3 bis 360 CHF im Jahr, im Mittelfeld sind es 80 CHF.
Wie stabil das ist, zeigt erst die Gegenprobe. Zwei Größen entscheiden: gegen welchen Fixpreis gerechnet wird und wie viel der Lieferant auf den Börsenpreis aufschlägt.
| Vergleichspreis → | günstiges Viertel 11,39 Rp. | mittleres Werk 13,40 Rp. | teures Viertel 15,26 Rp. |
|---|---|---|---|
| 0,0 Rp./kWh Aufschlag | 41 von 48 | 48 von 48 | 48 von 48 |
| 1,0 Rp./kWh Aufschlag | 27 von 48 | 48 von 48 | 48 von 48 |
| 2,0 Rp./kWh Aufschlag | 4 von 48 | 41 von 48 | 48 von 48 |
Bei einem günstigen Werk und 2,0 Rp./kWh Aufschlag kippt das Bild fast vollständig. Wer also einem Kunden sagt, variabel hätte sich gelohnt, muss dazusagen, gegen welchen Preis.
Aus dem Lastgang eines Kunden lässt sich sein volumengewichteter Börsenpreis berechnen: das, was der Strom an der Börse gekostet hätte, gewichtet mit seinem eigenen Verbrauchsverlauf. Plus Aufschlag ergibt das seinen Umschlagpreis.
In diesem Bestand liegt er zwischen 9,13 und 11,52 Rp./kWh, im Mittelfeld bei 10,11. Diese Zahl hängt an keiner Annahme über Tarife oder Aufschläge, sondern nur am Verbrauchsverlauf – deshalb ist sie das, was in einen automatisch erzeugten Report gehört. Der Kunde vergleicht sie mit seinem eigenen Arbeitspreis und sieht sofort, woran er ist.
Wir haben sieben Kennzahlen aus dem Lastgang gegen das Ergebnis getestet. Geprüft wurde nicht, wie gut jede Kennzahl im Nachhinein passt, sondern ob sie einen Kunden vorhersagt, den sie nie gesehen hat: jedes Profil einmal herausgenommen, Regel auf den übrigen 47 gebildet, dann geraten.
| Kennzahl aus dem Lastgang | Rangmaß | Treffer im Blindtest |
|---|---|---|
| Anteil des Verbrauchs zwischen 10 und 15 Uhr | 0,80 | 91,7 % |
| Winterlast im Verhältnis zur Sommerlast | 0,87 | 89,6 % |
| Anteil des Verbrauchs zwischen 22 und 6 Uhr | 0,73 | 83,3 % |
| Spitzenlast im Verhältnis zur Mittellast | 0,16 | 68,8 % |
| mittlere Last | 0,27 | 54,2 % |
| Wochenende im Verhältnis zum Werktag | 0,21 | 35,4 % |
| Spitzenlast | 0,03 | 29,2 % |
Zwei Kennzahlen tragen: der Mittagsanteil trifft 91,7 % der Profile blind, das Verhältnis von Winter- zu Sommerlast 89,6 %. Beide sagen dasselbe aus unterschiedlicher Richtung: wer im Winter deutlich mehr braucht als im Sommer, verbraucht in den teuren Stunden, und wer mittags viel zieht, in den billigen. Die Spitzenlast dagegen sagt gar nichts: sie liegt im Blindtest unter dem Münzwurf.
Für Sie heißt das: Sie brauchen keinen vollständigen Backtest, um einen Kandidaten zu erkennen. Für die Vorauswahl genügt ein Blick auf die Jahreskurve. Die genaue Zahl liefert danach die Rechnung.
Diese Seite ist erzeugt, nicht getippt: Jede Zahl kommt aus einem Skript, das zweimal hintereinander byte-identische Ergebnisdateien liefert. Die Rechnung selbst läuft in derselben Funktion, die im Produktivbetrieb Kundenrechnungen prüft.
Eine Eigenheit, die ein Prüfer sonst selbst findet: Die verwendete Funktion rechnet intern mit dem österreichischen Umsatzsteuersatz. Der Fixpreis wird deshalb vorskaliert übergeben, damit netto genau der gewollte Schweizer Wert ankommt. Das steht so im Skript und im Ergebnisfile.
Eine Seite je Kunde, automatisch erzeugt, unter Ihrer Marke. Das Beispiel zeigt ein Profil aus der Mitte des Bestands, bewusst keines der guten.
Kundennummer T09 · Auswertung für das Kalenderjahr 2025 auf Basis Ihrer Viertelstundenwerte.
Ihr persönlicher Umschlagpreis liegt bei 12,38 Rp./kWh. So viel hätte Ihr fixer Arbeitspreis 2025 kosten müssen, damit beide Varianten gleich teuer gewesen wären. Sie haben 13,40 Rp./kWh bezahlt. Daraus ergibt sich Ihr Vorteil von 1,02 Rp./kWh.
Ihr Verbrauch liegt zu 13,5 % zwischen 10 und 15 Uhr und Ihre Winterlast ist 6,5-mal so hoch wie die Sommerlast. Beides zusammen erklärt, warum Ihr Vorteil kleiner ausfällt als der Ihrer Nachbarn: Sie beziehen überdurchschnittlich viel Strom in den teuren Stunden (Profilaufschlag 19,4 % gegenüber dem Jahresmittel).
Grundlage: 8.013 kWh gemessener Verbrauch, Schweizer Börsenpreise 2025, Energieanteil ohne Netz und Abgaben.
Damit aus der Methode eine Aussage über Ihre Kunden wird, fehlen drei Dinge. Keines davon ist groß:
Und die Frage, die ich Ihrem IT-Partner gern selbst stelle: Welche Form braucht der Report, damit er ihn ohne uns erzeugen kann?